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„Nachhaltig heiraten“ Teil 2: Ideen für eine Grüne Hochzeit

Nachdem ihr Teil Eins meines Blogzweiteilers zur Green Wedding gelesen habt, wisst ihr worauf es beim nachhaltigen Heiraten ankommt. In dieser Fortsetzung erfahrt ihr nun, wie genau sich die ökologischen Ideale umsetzen lassen. Denn ich gebe euch einige wertvolle Inspirationen und Tipps für eine nachhaltige Hochzeit.

Tipp 1: Ökologische Hochzeitskarten: Green Wedding Papeterie

Am Anfang jeder Hochzeitsplanung stehen natürlich die Einladungskarten. Und schon dort könnt ihr zeigen, dass eure Herzen grün schlagen. Hierfür wählt ihr am besten nachhaltig produziertes Natur- oder Recyclingpapier, idealerweise FSC oder PEFC zertifiziert. Euren Einladungstext könnt ihr dann ganz oldschool mit der Hand schreiben – das ist nicht nur nachhaltig, sondern sorgt auch für eine persönliche Note. Keine Lust selbst den Stift zu schwingen? Dann lasst eure Hochzeitskarten doch mittels eines Bio-Druckverfahrens vertexten. Das Schöne: Bei vielen Anbietern ist von der Produktion bis zum Versand alles klimaneutral. Vergesst jedoch nicht: Bestellt nur so viele Einladungen, wie ihr tatsächlich braucht.

Tipp 2: Das Hochzeitsoutfit: Von modernen Öko-Labels bis zu Vintage Styles

Für die meisten Paare eines der schönsten Highlights beim Heiraten: das Hochzeitsoutfit. Schließlich könnt ihr hier ganz unmittelbar eurer Persönlichkeit Ausdruck verleihen und zeigen, wie ihr tickt.

Bei einer Green Wedding empfiehlt es sich demzufolge sich mit Öko-Fashion einzukleiden. Dass die keinesfalls bieder aussehen muss, beweisen moderne Labels und Designer mit ihren nachhaltig produzierten Kollektionen – übrigens auch abseits von Hochzeitsmoden.

Entscheidet selbst, ob ihr euer Wedding Dress ganz individuell und maßgeschneidert vom Designer anfertigen lasst oder stattdessen auf ein Modelabel setzt, das ökologisch produziert. Zertifizierungen wie GOTS, Fair Wear Foundation, Fairtrade, Öko-Tex oder IVN Naturtextil sind dabei eine hilfreiche Orientierung. Zusätzlicher Pluspunkt: Solche Öko Kleidung ist meist aus Biomaterialien, fair und teilweise sogar vegan hergestellt worden.

Kleiner Tipp am Rande:

Anstatt sich auf die Big Player der nachhaltigen Fashionszene zu fokussieren, haltet die Augen offen nach kleinen Labels aus eurer Region – so hebt sich euer Hochzeitsoutfit wahrscheinlich noch mehr vom Mainstream ab.

Euer Hochzeitsoutfit muss natürlich nicht von Kopf bis Fuß nagelneu sein: Vintage Mode lautet hier das Stichwort – vor allem, wenn ihr Boho und Retro Styles liebt. Warum also nicht Mamas Hochzeitskleid tragen oder Anzug, Brautkleid und Accessoires Second Hand kaufen?

Ihr möchtet euer Hochzeitsoutfit nicht nur zur Green Wedding tragen, sondern auch später?

Gute Idee! Und vor allem auch nachhaltig! Die Herren der Schöpfung haben´s da recht leicht – schließlich kann so ein Anzug zu verschiedensten Anlässen getragen werden. Alle Brautanwärterinnen sollten am besten einen Style wählen, der dem Anlass angemessen, aber ebenso zeitlos wie wandelbar ist. Mein Tipp: Weiße bzw. helle Kleider, Jumpsuits oder Röcke – idealerweise aus Naturfasern wie Baumwolle. Dann könnt ihr das Hochzeitsoutfit später sogar umfärben und ihm somit einen neuen Look verpassen.

Eheringe für eine Green Wedding: Tipps und Ideen, um Trauringe nachhaltig zu kaufen

Das wichtigste Accessoire für euer Hochzeitsoutfit?! Na klar: die Trauringe. Damit diese perfekt zu eurem Green Wedding Motto passen, solltet ihr darauf achten, wie eure Ringe gefertigt wurden. Wie ihr sicher schon ahnt, ist auch hier Recycling Trumpf: Habt ihr vielleicht noch alten Goldschmuck, den ihr zur Fertigung eurer Ringe verwenden könntet? Vielleicht sogar einst von Oma, Eltern oder Großtante geschenkt bekommen? Prima! Das spart Geld, ist nachhaltig und verleiht euren Ringen einen besonders emotionalen Wert.

In eurem Schmuckkästchen verbirgt sich weder Altgold noch sonst irgendwelche wertvollen Edelmetalle? Kein Problem – nachhaltig gefertigte Öko Trauringe gibt’s bei vielen Goldschmieden oder Juwelieren zu kaufen.

Tipp 3: Location für eine Grüne Hochzeit: Nah, lokal und umweltfreundlich

Zugegeben: Sich an einem exotischen Traumort das Ja-Wort zu geben klingt überaus reizvoll. Doch wenn ihr nachhaltig heiraten möchtet, und die Traumkulisse nicht gerade in der Nähe liegt, solltet ihr lieber ein anderes Plätzchen für eure Eheschließung auswählen. Schließlich gilt es den C02-Ausstoß so gering wie möglich zu halten. Soll heißen: Vermeidet lange Reisen und Anfahrtswege und versucht alles, vom Standesamt über die Kirche bis hin zur Partylocation, an einem Ort auszurichten.

Damit erspart ihr euch und euren Gästen unnötig lange unterwegs zu sein und es bleibt mehr Zeit zum gemeinsamen Feiern. Und sollte der Weg von A nach B doch zu weit für einen Spaziergang sein: Bildet Fahrgemeinschaften, nutzt öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn oder wagt vielleicht eine Spritztour mit dem Fahrrad.

Heiraten im Grünen: So klappt´s mit der Green Wedding mitten in der Natur

Eine Green Wedding will natürlich am liebsten mitten im Grünen gefeiert werden - möglichst abgeschieden und weit weg vom Großstadttrubel und modernem Schnickschnack. Doch ganz ohne Technik geht´s auch bei einer Green Wedding nicht. Aber das ganze Equipment für Musik, Essen, Licht und Co. mit dem Auto anzukarren, wäre wohl wenig umweltfreundlich. Viel besser: Sucht euch einen idyllisch gelegenen Gastro-oder Hotelbetrieb, beispielsweise einen Bio-Landgasthof, der idealerweise auf Ökostrom setzt. Mit etwas Glück könnt ihr hier gleich alles abhalten: Von der standesamtlichen Trauung über den Nachmittagskaffee bis hin zur Party am Abend. Auch wettertechnisch bleibt ihr flexibel: Schließlich könnt ihr eure Feier jederzeit von draußen nach drinnen verlegen.

Tipp 4: Hochzeitsmenü: Saisonal, regional und am besten bio

Welche Schätze die Heimat bereithält, offenbart sich beim nachhaltigen Heiraten nicht nur anhand der Location, sondern auch kulinarisch. Denn das Hochzeitsessen bei einer Green Wedding sollte regional, saisonal und am besten bio sein. Zugegeben, Speisen und Getränke in Bioqualität sind zwar etwas teurer, dafür werdet ihr jedoch mit einem Geschmackserlebnis der Premiumklasse belohnt – und das kommt bei jeder Hochzeit bestens an. Tipp: Günstiger und nachhaltiger wird es, wenn ihr wenig Fleisch serviert. Die Green Wedding ist also vielleicht eine hervorragende Gelegenheit, um die vegetarische oder gar vegane Küche auszutesten – ihr werdet sehen: Auch (rein) pflanzliche Speisen können vorzüglich schmecken und ordentlich satt machen.

Ein Hochzeitsessen nach Maß: Bewusst schlemmen

Ganz gleich, ob Menü oder Buffet – allzu üppig sollte eure Hochzeittafel nicht bestückt sein. Schließlich sollen keine Lebensmittel verschwendet werden. Kalkuliert euren Speiseplan also sorgfältig und nach Maß. Sollte doch was übrigbleiben, grämt euch nicht: Unter den Gästen findet sich immer jemand, der übriggebliebene Leckereien dankbar annimmt. Und falls nicht, könnt ihr die Reste einfrieren und später selber wegschnabulieren.

Tipp 5: Deko und Floristik: Upcycling meets heimische Flower Power

Ohne Deko geht’s natürlich auch bei einer Green Wedding nicht. Im Gegenteil: Vor allem Blumen und Pflanzen sind ein Muss, damit die Hochzeit wirklich grün werden kann. Wählt dabei vorzugsweise saisonale Blumen aus der Region bzw. Deutschland. Oder anders gesagt: Alles, was hierzulande auf Feldern und Wiesen wächst, darf später als Hochzeitsdeko oder -accessoire herhalten.

Kleine Dekoinspiration gefällig? Schmückt eure Hochzeitstafel mit Wildblumen oder Kräutern – das verleiht eurer Tischdeko einen urwüchsigen, natürlichen Charme, der vor allem zur Vintage Hochzeit oder nachhaltigen Boho Wedding perfekt harmoniert.

No-Go für eine Green Wedding:

Wegwerfware, wie Luftballons, Einweggeschirr und Plastikstrohhalme haben auf einer grünen Hochzeit nix zu suchen. Viel besser: Blumenkonfetti, Porzellangeschirr, Trinkhalme aus Edelstahl und Lampions – das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern sieht zudem noch eleganter und hochwertiger aus.

Für das übrige Setting lohnt es sich DIY-Trends und Upcycling-Ideen auszutesten, vorzugsweise basierend auf Naturmaterialien wie Holz, Stein, Pflanzen und Muscheln. Vielleicht ist eure Hochzeitsdeko ja auch (teilweise) wiederverwendbar, wie beispielsweise ein Leinentischtuch, ein Stuhlbehang aus Makramee oder Windlicht-Gläser mit Spitze verziert. Solche praktischen Helferlein können euch auch später noch dienlich sein und Erinnerungen an eure Hochzeit aufleben lassen.

Tipp 6: Flitterwochen bei einer Green Wedding: Urlaub in der Heimat

Nach einer Green Wedding in die Flitterwochen verreisen – passt das überhaupt zusammen? Selbstverständlich. Allerdings solltet ihr auch hierbei eurem Motto treu bleiben. Soll heißen: Anstatt allzu weit in die Ferne zu schweifen, verbringt euren Liebesurlaub in bzw. nahe der Heimat, zum Beispiel an der Nordsee, im Allgäu oder an der Mecklenburgischen Seenplatte – am besten in einem Bio-Hotel.

Auch Flitterwochen innerhalb Europas können durchaus nachhaltig sein, sofern ihr mit dem Zug und nicht mit dem Flieger anreist. Falls es gar nicht ohne Flug geht, sollte das Verhältnis von Anreise und Urlaub stimmig sein: 14 Stunden Flug für drei Tage Bahamas – das geht bei nachhaltigen Flitterwochen gar nicht.

Fazit „Grüne Hochzeit“: Ein Fest der Liebe – für euch und die Umwelt

Mein Fazit: Eine grüne Hochzeit zu feiern kann überaus reizvoll sein und bietet viele Vorteile. Habt ihr den goldenen Mittelweg aus Minimierung und Genuss gefunden, erwartet euch eine einzigartige Hochzeit, bei der ihr auf nichts verzichten müsst. Im Gegenteil: Eure Green Wedding wird zum Fest der Liebe – für euch und die Umwelt. Als Hochzeitsfotograf stehe ich euch gern bei diesem besonderen Ereignis gern zur Seite und habe sicher auch noch den einen oder anderen Tipp parat.

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